Was wir während unserer Zeit hier besonders viel und gerne gemacht haben ist zu beobachten. Wir sitzen oft auf Balkonen - entweder im Restaurant bei einem fantastischen Essen oder Abends in unserer Unterkunft bei einer Büchse Bier und beobachten die tausend kleinen Geschichten die sich vor unseren Augen abspielen.
Z.B die Kinder unten auf der Straße, die versuchen sich an die vorbeifahrende Autos zu hängen. Meist halten die Fahrer wenn sie es merken. Dann laufen die Kinder schnell weg um sich wenig später wieder am Startpunkt einzufinden und auf neue Autos zu warten. Tatsächlich gibt es auch kaum Parks oder Spielplätze. Wir haben Mal einen Skaterpark gesehen, aber das war es dann auch schon.
In dem Haus mit den grünen Fenstern gegenüber von uns, können wir eine Herrenrunde beobachten, die täglich zusammen an runden Tischen zusammen sitzen. Sie spielen Karten, rauchen oder reden und schauen aus dem Fenster.
Es gibt überall kleine Katzen und scheinbar Frauen die diesen nicht gern begegnen. Ich habe zweimal beobachtet, wie eine Frau vor einer Katze in unserer Straße weglaufen ist. Fast etwas angeekelt - so als würde eine Schlange oder dicke Ratte auf dem Weg sitzen.
Eines Abends flanierten zwei junge Frauen, mit zwei schwarzen Luftballons in der Hand, die Straße entlang. Die eine wollte nicht an der kleinen Katze vorbei und rannte panisch davon, um ein Auto herum, die Katze folgte ihr jedoch und da ließ sie auf ihrer Flucht vor Schreck die Luftballons los. Die flogen davon - direkt am Fenster vom Herrenclub vorbei. Das Band vom zweiten Ballon schnappte sich ein Herr der gerade am Fenster saß und sich über seine Beute freute.
Neben den schönen Erlebnissen und spannenden Erfahrung sehen wir auch einiges das wir nicht so gut finden.
Z.B Menschen mit körperlicher Behinderung haben es schwer und keinen guten Stand in der Gesellschaft. Es gibt kaum abgeflachte Bordsteine, dafür viele Treppen und wenig Unterstützung. Wir haben ein junges Mädchen ohne Beine gesehen und eine Frau im Rollstuhl - es ist bedrückend, aber ohne eine feste Begleitung ist die Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt oder gar nicht vorhanden.
Viel Plastikmüll und Verschmutzung, aber auch die massive und unbedachte Verwendung für alles fällt uns sehr auf. Hier merken wir deutlich, dass sich bei uns doch schon einiges getan hat in den letzten Jahren.
Die Tierhaltung in den Zoohandlungen ist kein schöner Anblick. Besonders traurig stimmte uns ein Schäferhund in einem Käfig, der es ihm noch nicht Mal ermöglicht hätte aufzustehen :-(