Freitag nach dem Unterricht packen wir fix zusammen, denn wir haben beschlossen die letzten zwei Nächte vor unserem Heimflug in Scilla zu verbringen und um 14:30 geht unser Zug.
Unser Hotel liegt mitten im alten Fischerdorf Chianalea
in einem kleinen, knarzenden Haus mit nur sechs Zimmern.
Ein imposanter Felsen, auf dem das Castello Ruffo thront, trennt das kleine Fischerdorf deutlich von den anderen Stadtteilen Scillas. Durch einen tunnelartigen Durchgang klnnen wir unser Ziel trotzdem bequem zu Fuß erreichen. (ca. 15min Fußweg vom Bahnhof).
Wir haben das letzte freie Zimmer im Dachstuhl bekommen - Schwere, antike Möbel, aufgewirbelter Staub im Sonnenlicht und aus der „Dachluke“ ein wahnsinns Blick über die Küstenlinie mit den Bergen im Hintergrund.
Die Häuser stehen hier fast im Wasser und Fischerboote schaukeln gemütlich zwischen den Gebäuden. Es wird noch immer gefischt und die Spezialität vor Ort ist der Schwertfisch.
Chianella ist autofrei, da es eh zu eng wäre.
Nur wenn tagsüber Reisegruppen das alte Dorf bestaunen, ist es schnell überfüllt und die Gassen verstopft. Davon abgesehen geht es in Scilla - mit senen knapp 5.000 Einwohner - noch recht beschaulich zu - zumindest jetzt am Ende der Saison.
Scilla, das klingt geheimnisvoll und ist es auch. Der Name geht zurück auf die griechische Mythologie und ist eng mit der berühmten Meerenge von Messina verbunden, die das italienische Festland von Sizilien trennt. Hier, so erzählt es Homer in seiner „Odyssee“, lauerte das Monster Skylla, eine Meeresnymphe, die von der Zauberin Circe aus Eifersucht in ein schreckliches Ungeheuer verwandelt wurde. Skylla hatte mehrere Hälse mit je einem furchteinflößenden Kopf, die von Felsen aus vorbeifahrende Schiffe bedrohten. Gegenüber auf der sizilianischen Seite wirbelte Charybdis, ein riesiger Strudel, das Wasser hin und her und zog alles in seinen Bann. Odysseus’ Schiff musste diese gefährliche Passage passieren – ein Weg zwischen zwei tödlichen Gefahren, bei dem er sechs seiner Männer an Skylla verlor.